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Das sind die Kinderarche-Juroren

Christian Schönfeld

Bei dem Oberkirchenrat gibts für Bewerber Extrapunkte. Nicht nur Kinderfreundlichkeit, sondern auch Mut belohnt der Direktor der Diakonie Sachsen. "Sowie die Bereitschaft, sich in Konflikte zwischen Kindern und Jugendlichen einzumischen und diese zu fairen Lösungen zu bewegen", sagt er. Faire Regeln waren Christian Schönfeld auch bei der Erziehung seiner eigenen drei Kinder wichtig. "So gab es bei Urlaubsfahrten abwechselnd Kinder- und Erwachsenentage. Das waren Tage, an denen das Programm mal von den Kindern und mal von den Erwachsenen gestaltet wurde", erzählt er. Kinderfreundlich ist für ihn, wenn der Nachwuchs in einer Gemeinschaft aufwächst, in der sie fröhlich ihre Kindheit genießen können. "Kinderfreundlichkeit ist aber auch, wenn Kinder angeleitet werden zu einem selbstständigem Leben, das die Interessen Anderer achtet sowie Frieden und die Schöpfung bewahrt", sagt der Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Tagtäglich begegnet ihm eine Fülle sozialer Themen. Das Verständnis und den Blick dafür bringt er in seiner Jurorentätigkeit mit ein. 

Prof. Dr. Holger Brandes

Was brauchen Kinder eigentlich, um sich gut und gesund zu entwickeln? Als Entwicklungspsychologe kennt Prof. Dr. Holger Brandes die Antworten auf diese Frage. Dennoch möchte er sich von den Vorschlägen für den Kinderarche-Oskar auch überraschen lassen. "Mir wäre es schon wichtig, Menschen zu finden, die etwas Außergewöhnliches tun, die dafür sorgen, dass Kinder aus dem normalen Alltagstrott heraustreten können." Denn leider finden Kinder heute kaum noch geschützte Räume außerhalb der eigenen Wohnung, in denen sie ungestört - auch abenteuerliche - Erfahrungen machen können. Der Rektor der Evangelischen Hochschule Dresden beobachtet, dass Kinder in Verkehrskonzepten, Stadt- und Finanzplanung nicht die Rolle spielen, die sie spielen könnten. In der Erziehung seiner eigenen Kinder, die inzwischen erwachsen sind, war ihm vor allem eines wichtig: Toleranz. "Man darf nicht immer vom Erwachsenenstandpunkt ausgehen", glaubt er, "sondern muss aus diesem Konzept heraussteigen können, damit Kinder ihren Raum bekommen." Kinderfreundlich ist für ihn, wenn Kinder ihre Welt erschaffen und mit anderen Kindern darin leben können. Extrapunkte würde er für Menschen vergeben, die sich um Kinder kümmern, die unter besonders schlechten, engen Bedingungen aufwachsen müssen. Wer es dort schafft, Kindern Räume und damit Freiheit zu eröffnen, der verdient in seinen Augen einen Oskar.

Jürgen Hofmann

Für Jürgen Hofmann verdienen vor allem die Menschen einen Kinderarche-Oskar, die sich persönlich engagieren, sich mit ihrer Zeit und ihren Talenten einbringen, sich darum kümmern, dass es Kindern besser geht. "Wertvoll sind die kleinen Dinge, die jemand von Herzen tut", glaubt der 51-Jährige. "Nicht wegzusehen, wenn Kinder Hilfe brauchen – das ist das Wichtigste. Kindern gut zuhören und sie ernst nehmen, ihnen Flügel verleihen und Sicherheit geben, das ist für mich kinderfreundlich." In seinem Job als Abteilungsdirektor für Marketing und Schulung bei der Sparkassen-Versicherung Sachsen hat Hofmann eher mit größeren "Kindern" zu tun, denn er ist auch für die Praxisbegleitung der Auszubildenden und Studenten verantwortlich. "Das macht mir großen Spaß", sagt er, "weil von den jungen Leuten viel zurückkommt und weil die Arbeit mich selbst jung hält." In der Erziehung seiner eigenen zwei Kinder möchte der Vater gern ein fairer Partner sein. "Es ist mir wichtig, mit meinen Kindern offen zu reden, Dinge auszuhandeln, wirklich zuzuhören und Entscheidungen gemeinsam zu treffen."

Angelika Welke

Seit etwa acht Jahren arbeitet sie in der Integrativen Familienbegleitung der Kinderarche Sachsen – inzwischen als Einrichtungsleiterin an allen drei Standorten Bautzen, Kamenz und Freiberg. Gleichzeitig unterstützt die Familientherapeutin weitere Einrichtungen des Vereins in Fragen rund um den Kinderschutz. Für die Wahl der Preisträger des Kinderarche-Oskar zählen aus ihrer Sicht insbesondere Kriterien wie der Schutz und sensible Umgang mit Kindern sowie Jugendlichen und ihren vielfältigen Bedürfnissen, Hilfe für Familien in schwierigen Situationen und ungewöhnliches Engagement in speziellen Projekten und Angeboten über einen längeren Zeitraum. „Wird hier neben dem Engagement eine menschliche und tolerante Haltung gegenüber der Vielfalt von Lebensentwürfen und Ideen sichtbar, die Kindern und Jugendlichen ermöglicht, sich selber positiv, erfolgreich und integriert wahrzunehmen, so sind das für mich Anzeichen besonders kinderfreundlichen Denkens und Handelns.“

Angelika Welke hat gemeinsam mit ihrem Mann drei Kinder und weiß aus eigener Erfahrung und ihrem beruflichen Kontext, wie wichtig und notwendig positive Rückmeldungen und das Erleben von Selbstwirksamkeit für die Entwicklung eines starken Selbstvertrauens sind. „Kindern eine sichere Basis in ihrer eigenen Person zu ermöglichen, ist der größte Schatz für eine Zukunft, in der Erfolg und Scheitern gemeistert werden können“, sagt sie.

Ines Meinhardt

Sie ist seit 23 Jahren die verantwortliche Redakteurin der Kindersendung „Krümel“ auf MDR 1 Radio Sachsen und kennt sich mit den Themen der Kinder bestens aus. Als Jurymitglied möchte sich Ines Meinhardt berühren lassen von den Vorschlägen. „Wenn einen etwas aufwühlt und gedanklich länger beschäftigt, dann ist man im Prinzip schon im Herzen mit dem Projekt verbunden“, glaubt sie. Sich selbst bezeichnet sie als „ein Stadtkind mit Geschwistern und der Erkenntnis, dass die Familie Garant für alles sein kann: für ganz viel Chaos und für ganz großes Glück.“ Als Mutter und Tante ist ihr der komplette Nachwuchs wichtig: „Wenn wir alle zusammen kommen, dann sind das immer wieder Glücksmomente. Zu diesen Anlässen finde ich auch immer wieder bestätigt: soziale Kompetenz, also der Umgang miteinander, Beziehungen (er)leben, das ist ein wichtiges Fundament. Lasst die Kinder spielen, traut ihnen was zu, gebt ihnen Räume, in denen sie auch mal unbeobachtet sind und ihre Rollen finden können!“ Und was ist kinderfreundlich? „Von Kindern nicht zu erwarten, dass sie sich wie Erwachsene benehmen, sie aber trotzdem genauso ernst nehmen.“

Ronja

Mit ihren 17 Jahren ist Ronja aus dem „Weinberghaus“ das jüngste Mitglied der Jury. Sie geht in die zehnte Klasse und möchte gern Erzieherin werden. Seit fünf Jahren lebt sie in der Kinderarche-Wohngruppe und kann aus eigener Erfahrung am besten einschätzen, was kinderfreundlich ist. „Ich finde es toll, dass in der Jury auch Jugendliche zu Wort kommen und ihre Meinung äußern können", sagt sie. Kinderfreundlich sind für sie Menschen, die sich für Kinder Zeit nehmen, mit ihnen spielen, ihnen Freude machen, ohne dafür bezahlt zu werden. „Ich selbst konnte schon von klein auf gut mit Kindern“, sagt Ronja. „Es macht mir einfach Spaß, mich mit ihnen zu beschäftigen und sie lachen zu hören.“

Für Fragen und Hinweise steht unsere Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, Birgit Andert, unter 0173/9603468 oder b.andert@kinderarche-sachsen.de zur Verfügung.