Kinder wie Alex brauchen Menschen wie Kristin. Nur mit fachlich guter Begleitung werden sie gesund und stark. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung.

Vom zarten Schiffsjungen zum waschechten Matrosen

Es muss nicht immer Gold sein, das glänzt. Diese alte Weisheit nahm die Künstlerin Ines Hoferick wörtlich. Als die Keramikerin den Auftrag erhielt, einen Preis anzufertigen, war schnell klar, dass er auch ohne das Luxusmetall strahlen wird. Doch wie entstand der Kinderarche-Oskar?

Aus dem Holzregal kramt sie ein Bündel Zeitungspapier hervor. Vorsichtig rollt sie das darin befindliche Etwas aus. Zum Vorschein kommt der erste Oskar-Prototyp. Handlich, praktisch, witzig. "Das soll ein Matrose sein", fügt sie erklärend hinzu. Denn Matrosen passen zur Kinderarche, die in Sachsen seit 20 Jahren in über 40 Einrichtungen an Board ist. In den Farben der Kinderarche tünchte sie den Oskar nicht blau-weiß, sondern grün. "Ich habe ihn außerdem noch vereinfacht", erklärt Hoferick die zirka 20 Zentimeter lange Röhrenfigur, die im ersten Moment eher an Großmutters Nudelholz erinnert. Doch gerade das macht Oskar sehr handlich. "Man kann ihn auch prima hinstellen", so Hoferick. Etwas leicht bekleidet kommt der kleine Matrose daher. Ein luftiges T-Shirt muss im Sommer eben reichen. Fehlen darf vor allem eins nicht: die so berufstypische Matrosenkappe mit den herunterbaumelnden Fädchen. Pro Exemplar benötigt Ines Hoferick zirka zwei Stunden Arbeitszeit. In sieben Schritten entsteht ein Oskar auch ohne Hollywoods Glanz und Glamour.

1. "Als erstes modelliere ich mit Ton den Körper mit der Hand", erklärt die Künstlerin.
2. "Danach ritze ich mit dem Modellierhölzchen die Kleidung in den Drehton hinein", beschreibt Hoferick.
3. Nun folgt der Hut. Die Keramikerin: "Er wird ebenfalls handmodelliert und auf den Körper aufgesetzt."
4. Es wird bunt. "Es folgt der Anstrich. Die Farbe trage ich in die vorgeritzte Kleidung."
5. Jetzt wirds heiß. Damit der Matrose wasserfest und gegen Umweltwidrigkeiten abgehärtet wird, gehts bei 950 Grad Celsius in den Ofen.
6. Nach zwei Tagen Pausen kommt Oskar in die Maske. "Ich trage farblose Glasur auf und es folgt der zweite Brand bei 1070 Grad Celsius", erklärt Hoferick.
7. Ist die Glasur ausgeschmolzen, ist der Matrose rundum fertig und wartet auf seinen neuen Kapitän.
Für Fragen und Hinweise steht unsere Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, Birgit Andert, unter 0173/9603468 oder b.andert@kinderarche-sachsen.de zur Verfügung.