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Wie gestalte ich einen guten Jahresrückblick mit meinen Kindern?

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Das Beste am Silvesterfest war diesmal das Entrümpeln unserer Schatztruhe! Es hat Spaß gemacht, das ganze vergangene Jahr – jedenfalls einige besondere Erlebnisse daraus – noch einmal in Erinnerung zu rufen. Wir haben uns zu manchem Ausflug in Gedanken zurück versetzt, haben uns an Begegnungen mit Freunden erinnert, an kleine Erfolge und Aha-Effekte. Bei genauem Betrachten ist die Zeit gar nicht so schnell vergangen, wie die Erwachsenen es kurz vorher noch beschrieben haben. Wenn wir uns an kleine Details, an einzelne Tage, sogar Momente erinnern, dann kommt uns das vergangene Jahr reich und bunt und auch lang vor. Erstaunlich war, dass die Kinder sich an vieles erinnerten, was die Erwachsenen schon vergessen oder gar nicht erst abgespeichert hatten. So konnten die Kleinen viele Geschichten erzählen und die Großen lauschten erstaunt.

Angefangen hatte alles im Februar 2012 mit einem herzförmigen Blatt von einer exotischen Pflanze, das wir bei unserer Winterreise in den Süden gefunden und dann gepresst haben. Es rief die Erinnerung an den Berg, auf dem wir die Wolken von oben gesehen haben, zurück – und wir waren für ein paar Minuten wieder dort. Die Kinder erinnerten sich an das Picknick weit oben und an die Kekse, die sehr hart und viel zu süß waren. Die Erwachsenen dachten an den Ärger im Flughafen zurück und daran, wie es dann doch noch alles gut geklappt hatte.

Später kam zu dem Blatt ein Schnuller aus längst vergangenen Zeiten, der die Kinder an einen herrlichen Nachmittag mit Freunden erinnerte, an dem sie Kindergarten und Baby und Mama zusammen gespielt hatten. Beim Foto unserer in diesem Jahr verstorbenen Tante rückten wir näher zusammen und erinnerten uns an sie, dass sie so gern strickte und kochte, dass sie sich sehr über von den Kindern gemalte Bilder gefreut hat… und so war sie auch mitten unter uns.

Ein Notenblatt ließ uns an die Anfänge des Gitarrenunterrichts denken – es ist erstaunlich, wie viel in einem Jahr auf diesem Feld passiert, wenn man nur übt.

Insgesamt hatten wir über 20 Gegenstände, die wir mit Bedacht in unsere Kiste gelegt hatten und die wir nun gemeinsam auspackten. Immer nacheinander griff jemand in die Kiste und manchmal begann dann ein Gelächter. Zum Beispiel war es eine lustige Geschichte, an die uns eine Taubenfeder erinnerte. Wir waren bei einem Waldspaziergang auf Bäume geklettert, hatten gepicknickt und Verstecken gespielt. Auf dem Rückweg führte uns der Pfad an einem kleinen Bach entlang bis zu einer Stelle, an der wir ihn auf einem umgefallenen Baumstamm überqueren wollten. Unsere kleine Tochter fiel mit einem Kreischen ins Wasser! Nach dem ersten Schreck kuschelten wir sie in Papas Pullover und so genoss sie den Rest des Weges in ihrem „Kleid“ sehr.

So manches Zitat der Kinder ließ uns schmunzeln und eine Scherbe von einer selbst getöpferten Katze erinnerte uns an einen kleinen Fahrradunfall, bei dem sie zersprungen war. Es waren auch Muscheln und eine Murmel in der Kiste, dazu ein Engel von einer eigentlich fremden Frau, die wir an den Elbwiesen getroffen hatten. Das bedächtige Auspacken der Kiste hat das Jahr noch einmal an uns vorüberziehen lassen und uns vor Augen geführt, wie wertvoll die gemeinsame Zeit mit unseren Kindern war. Und: Auch für die Kinder war das Innehalten am Jahresende wichtig, gibt es doch ihren Erfahrungen Wert und Gewicht und lässt sie spüren, dass ihre Erlebnisse und Erinnerungen ein großer Schatz sind.

Für dieses Jahr haben wir eine Kiste geschenkt bekommen. Sie ist selbst gebaut aus Holz und soll in ein paar Jahren einmal mit auf eine Schiffsreise. Man kann sie verschließen, und so ist es leichter, der Versuchung zu widerstehen, zwischendrin hinein zu schauen. Wir haben schon einen Schatz hineingelegt: ein Rezept für eine mexikanische Schokoladen-Hühnchen-Soße, die uns Freunde gekocht haben und die uns jedes Jahr im Januar an sie erinnern soll.

Vielleicht lassen auch Sie sich anstecken von der Idee einer Schatzkiste, in der Sie die Erinnerungen an ein paar kostbare Begebenheiten aufbewahren und die dazu anregt, sich zu Silvester gemeinsam mit den Kindern auf eine Reise ins vergangene Jahr zu begeben. Haben Sie keine Scheu, beginnen Sie einfach damit: ein Schuhkarton reicht für den Anfang völlig aus. Ebenso kann natürlich auch ein Fotoalbum, die Sammlung der Kinderbilder, Briefe oder Eintrittskarten ein Anlass sein, sich am Ende eines Jahres all der Schätze zu besinnen, die wir unterwegs erleben durften.

Für Fragen und Hinweise steht unsere Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, Birgit Andert, unter 0173/9603468 oder b.andert@kinderarche-sachsen.de zur Verfügung.