Montessori hatte zweifelsohne Recht, wenn sie behauptete: ‚Was Kinder betrifft, betrifft die Menschheit!‘ Ich möchte hinzufügen: Kinder an sich betreffen die Menschheit, sie betreffen uns alle. Der von der Kinderarche Sachsen ausgelobte Kinderarche-Oskar soll deshalb all jenen eine verdiente Anerkennung sein, die in ihrem Alltag ein großes Herz für Kinder beweisen. Ich verstehe die Initiative ‚Kinderfreundliche Sachsen‘ aber nicht nur als Dank für kinderfreundliches Handeln, sondern eben auch als Mahnung: Sie ruft uns in Erinnerung, dass wir alle unseren Kindern gegenüber in der Pflicht stehen. Und sie zeigt uns, dass wir dieser Pflicht auf sehr vielfältige, manchmal auch unscheinbare Weise nachkommen können und sollten.
Schlüpft ein Ei ganz von allein in eine Flasche? Wie gefriert eine Mineralwasserflasche in Sekundenschnelle? Kann man mit den Zähnen hören?
All dies soll nicht möglich sein? Mit Zauberei hat es auf jeden Fall nichts zu tun...
Im Alltag gibt es viele spannende Versuche, hinter denen sich einfache Erklärungen verstecken. Das eigene Entdecken, Ausprobieren und Entfalten ist für Kinder sehr wichtig. Lassen Sie sich auf die Fragen des Kindes an die Natur ein und „trauen Sie sich“! Tauschen Sie sich mit Ihrem Kind zu Ideen und Vermutungen aus und ermuntern Sie es zum genauen Beobachten und Beschreiben. Sie verhelfen damit Ihrem Kind zu jenen Erfahrungen, die es ihm ermöglichen, die Welt ein Stück mehr zu begreifen.
Fragen Sie nach, was Ihr Kind gerade ausprobiert. Geben Sie ausreichend Zeit und überprüfen Sie gemeinsam die angestellten Vermutungen, indem Sie über die Erlebnisse und Entdeckungen sprechen. So übt Ihr Kind gleichzeitig, eigene Erklärungsversuche zu formulieren. Sie werden jedes Mal neue Erfahrungen machen.
Wenn Ihr Kind anschließend seine Beobachtungen, Ideen und Arbeitsschritte dokumentieren möchte, erhält es Gelegenheit, das Erfahrene bewusst zu machen. Hierbei entstehen auch eigene Fragen. Dabei wird das Interesse an naturwissenschaftlichen Phänomenen gefördert und Basiswissen aufgebaut.
ALSO: Warum nicht einfach einmal die alltägliche Begegnung mit Naturwissenschaften, Mathematik und Technik verankern?
Probieren Sie doch einmal den Ei-Trick:
Dazu benötigt man:
Dieser Versuch sieht auf den ersten Blick fast aus wie ein Zaubertrick, doch er lässt sich ziemlich einfach erklären: Das heiße Wasser erwärmt nicht nur das Glas, sondern auch die Luft im Inneren der Flasche. Und sich erwärmende Luft dehnt sich aus. Setzt man nun das Ei auf den Flaschenhals, kühlt die Luft in der Flasche wieder ab. Dabei zieht sie sich zusammen und es entsteht ein Unterdruck, so dass die Luft das Ei in die Flasche hineinzieht, damit Luft von oben in die Flasche nachströmen kann.
Viel Spaß beim Experimentieren, Beobachten und Staunen!
Ellen Steidl, Diplom-Sozialpädagogin (BA) und Erzieherin in der Kita „Kinderoase“ Crimmitschau