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Hilfe, mein Baby muss in die Krippe: Wie gelingt die Eingewöhnung?

© Kinderarche Sachsen

Viele Eltern machen sich bereits Gedanken über die Betreuung ihres Kindes, bevor das Baby überhaupt auf der Welt ist. 

  • Wie lassen sich Familie und Beruf vereinbaren?
  • Welche Einrichtung ist die Richtige für uns und für das Baby?
  • Wann ist der richtige Moment für die Aufnahme, wie lange bleibe ich zu Hause?

Das sind nur einige Fragen, mit denen sich werdende Eltern häufig beschäftigen. Ist der Zeitpunkt dann erst einmal gekommen und die „beste Einrichtung“ gewählt, steht die Eingewöhnungszeit an, welche Sie gemeinsam mit der Bezugserzieherin gut planen sollten.

Für Ihr Kind bedeutet der Übergang vom geschützten Elternhaus in die Kindertagesstätte zunächst einmal „Stress pur“. Die fremde Umgebung, neue Bezugspersonen und vor allem die Trennung von Ihnen als Mutter/Vater stellen für das Kind eine emotionale Belastung dar. Denn jeder Neuanfang bedeutet bei aller Neugier und Vorfreude auch immer Abschied von Vertrautem. Diese Trennung ist oft mit den unterschiedlichsten Gefühlen von Kindern und Eltern verbunden und vor allem beim morgendlichen Abschied besonders deutlich spürbar. Damit dieser Neubeginn für Kinder und Eltern kein negatives Lebensereignis wird, ist es wichtig, ihn sensibel zu planen und zu gestalten und gut auf die Bedürfnisse des Kleinkindes zu achten. Erst wenn ein Kind die Erzieherin als neue Bezugsperson, als Ansprechpartner und Trostspender akzeptiert, kann man von einer gelungenen Eingewöhnung sprechen. Und das kann schon mal mehrere Wochen dauern.

Wenn Sie sich als Eltern für eine Einrichtung entschieden und den Betreuungsvertrag unterschrieben haben, sollten Sie vor der Eingewöhnung ein ausführliches Gespräch mit der zukünftigen Erzieherin führen. Dabei lernen Sie die Erzieherin näher kennen und können sie über die Besonderheiten Ihres Kindes informieren. An diesem Tag sollten Sie außerdem den Verlauf der Eingewöhnung besprechen.

Der Eintritt in die Krippe sollte auf keinen Fall abrupt oder gar unbegleitet erfolgen. Wichtig ist vielmehr ein sanfter und gut vorbereiteter Übergang. In den ersten zwei bis drei Tagen sollten Sie als Elternteil beim Kind bleiben und noch gar nicht weggehen. Sie sind seine sichere Basis und schenken ihm Halt und Vertrauen. Wenn das Kind erste positive Erfahrungen mit der Erzieherin und den Räumen gemacht hat, können Sie sich für kurze Zeit von Ihrem Kind verabschieden, aber noch in der Nähe bleiben. Wichtig ist, dass Sie sich klar und eindeutig von Ihrem Kind verabschieden, den Raum nicht einfach unbemerkt verlassen. Kinder orientieren sich in diesem Alter noch stark an dem Verhalten der Eltern – sind Sie verunsichert, ist Ihr Kind es auch und bewältigt den ersten Abschied häufig schwerer. Je nachdem, wie sich Ihr Kind in dieser Zeit verhält (bleibt es gelassen, weint es, protestiert es), wird dann die weitere Eingewöhnung individuell gestaltet.

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn die Eingewöhnung etwas länger dauert und zu Beginn häufiger Tränchen kullern – aller Anfang ist schwer! Lassen Sie Ihrem Kind die Zeit, die es braucht, sich mit der neuen Umgebung anzufreunden und leichten Herzens von Ihnen Abschied zu nehmen.

Anzeichen einer gelungenen Eingewöhnung: 

  • Das Kind akzeptiert die Erzieherin als „sichere Basis“
  • Die Erzieherin kann das Kind trösten
  • Das Kind interessiert sich für andere Kinder, die Spielsachen, die neue Umgebung
  • Das Kind weint nicht mehr (so häufig) beim Abschied von den Eltern
  • Eltern und Erzieherin verbindet ein gutes Miteinander
  • Die Eltern können beruhigt nach Hause bzw. auf Arbeit gehen

Nancy Winkler, Einrichtungsleiterin der Integrativen Kindertagesstätte „Kinderoase“ Crimmitschau

Für Fragen und Hinweise steht unsere Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, Birgit Andert, unter 0173/9603468 oder b.andert@kinderarche-sachsen.de zur Verfügung.