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Kinder und Politik

© Ilka Meffert

Wie kann ich meinem Kind erklären, was Politik ist, und können Kinder auch Politik machen?

Viele Eltern sind der Auffassung, dass ihre Kinder sowieso nichts von Politik verstehen und Politik nur etwas für Erwachsene sei! Kinder verstehen aber Politik sehr wohl und können auch Politik machen. Sicherlich fragen jetzt manche Eltern: Wie geht das denn? Natürlich muss man dies den Kindern altersentsprechend erklären. Was versteht man überhaupt unter Politik? Hier eine kindgerechte Möglichkeit der Erklärung: Unter Politik versteht man alles, was das Zusammenleben der Menschen in einem Staat oder Bundesland, einer Stadt oder einem Dorf gestaltet bzw. regelt und dass sich manche Menschen (die Politiker) darum kümmern, dass in einem Land alles gut läuft.

Wenn nun Ihr Kind fragt, ob es auch Politik machen kann, dann sagen Sie, dass Kinder dies können und vor allem das Recht dazu haben. Das bedeutet aber nicht, dass Kinder gleich in den Bundestag gewählt werden können. Das ist erst mit 18 Jahren möglich. Und Kinder können auch nicht Mitglied in einer Partei werden.

Damit die Politiker in Deutschland die Kinder nicht vergessen, gibt es eine Gruppe im deutschen Bundestag, die für die Kinder und Jugendlichen in Deutschland da ist: die Kinderkommission. Sie besteht aus fünf Politikern, die sich für die Rechte der Kinder in Deutschland einsetzen und aufpassen, dass auch die Interessen der Kinder nicht zu kurz kommen. Die Kinderkommission kümmert sich zum Beispiel darum, dass es weniger Gewalt gegen Kinder gibt. Zu ihrer Arbeit gehört auch, die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr zu verbessern. 

Wie und wo können Kinder noch Politik machen?

  • Direkte politische Meinungsäußerungen wie Demonstrationen oder Bürgerproteste haben keine Altersbeschränkung. Auch Kinder können sich daran beteiligen. Sie bekommen damit ein Gefühl, dass es einen Unterschied machen kann, ob man etwas sagt oder schweigt. Auch dies muss – je nach Alter – von den Eltern natürlich gut begleitet werden.
  • Gar nicht weit weg von dort, wo Kinder wohnen, gibt es einen Kinderspielplatz. Dass es diesen Kinderspielplatz gibt und dass es nichts kostet, wenn Kinder darauf spielen, steht in einem Gesetz, ist also auch das Ergebnis von Politik. Wenn der Spielplatz dreckig ist, können sich Kinder zum Beispiel beim Bürgermeister beschweren.
  • Jede Schule hat eine Schülervertretung, in der Kinder die Interessen aller Schüler vertreten. An manchen Schulen kommen die Schüler sogar regelmäßig zu Schülerparlamenten zusammen, damit auch wirklich jeder die Möglichkeit hat, sich zu äußern und Veränderungen anzustoßen.
  • Als Kind kann man in Kinder- und Jugendparlamenten mitarbeiten.
  • Vielleicht ist es schon vorgekommen, dass Kinder einen Kinofilm sehen wollten und nicht durften, weil sie noch zu jung waren. Auch die Altersangaben auf Computerspielen haben einen Grund: Manchmal werden Sachen in Filmen oder Spielen gezeigt, die Kindern Angst machen können oder sie über lange Zeit beschäftigen. Damit das nicht passiert und Kinder auch tatsächlich nur Dinge sehen, die für sie geeignet sind, haben Politiker ein Gesetz ausgedacht, um Kinder zu schützen. Es heißt Jugendschutzgesetz. Auch hier sind Kinder von der Politik betroffen.

Henry Weyhmann, Vorstandsmitglied und Fachbereichsleiter Hilfen zur Erziehung in der Kinderarche Sachsen

Für Fragen und Hinweise steht unsere Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, Birgit Andert, unter 0173/9603468 oder b.andert@kinderarche-sachsen.de zur Verfügung.